Kommentar zum Interview mit BSW-Präsidentin Nadine Borter auf persoenlich.com:
http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=104336

interview mit nadine borter bsw-präsidentin swiss leading agencies

Angesprochen auf die Tatsache, dass der grösste Teil der Mediaspendings nach wie vor den klassischen Medien zugute kommt und die Online-Etats stagnieren, sagt BSW-Präsidentin Nadine Borter im Interview mit <a title="Nadine Borter BSW-Präsidentin im persoenlich.com Interview" persoenlich.com:

«die Schweizer Auftraggeber denken jedoch in dieser Sache immer noch eher konservativ, so wie auch die ganze Digitalisierung hierzulande konservativ angelaufen ist.»

Auf diese Meldung gibt es verschiedene Reaktionen: Die "klassischen" Denker kommen mit dem "Entwicklungsland Schweiz"-Argument und versuchen mit weiteren Zahlen-Beweisführungen den Graben zu schliessen, die "Beschäftigten" schweigen, weil sie beschäftigt sind und die Werber danken es ihrer Verbands-Präsidentin, dass sie ihnen ein weiteres Jahr Ruhe im Kampf um ihre Budgets gesichert hat.

thank you nadine borter bsw-präsidentin swiss leading agencies

Entwicklung hat mit Bewegung und Richtungsweisung zu tun. Wenn die BSW gerateten Top-Agenturen der Schweiz nicht wollen, will auch der Markt nicht. Wie sollte er auch. Die Beratung läuft nicht offensiv in Richtung Veränderung, sondern behütet vorsichtig das Heiligtum "Die Idee ist das ein und alles". Wenn die Idee sich auf schöne Bilder mit knackigen, single-minded Messages beschränkt, hat das Vernetzte, das 2.0ige keinen Platz. Online ist das Komplizierte. Lieber einen schönen 30-Sekünder vor der Tagesschau als das fragmentierte, komplizierte Targeting-Dings rechts auf Websites. "Online ist doch für Wettbewerbe", so ein Inhaber einer der Top-5 Agenturen des ADC-Rankings.

So lange die gerankten Agenturen als Gatekeeper auf den Key Accounts der Schweiz sitzen und flüstern, wie Wormtongue bei König Theoden in Lord of the Rings, wird sich auch der Kunde und somit der Markt nicht verändern und seine Spendings hinterfragen, neugestalten oder umschichten.

Was sagt das über die Werbetreibenden der Schweiz aus?

Der Druck auf zusätzliche Aufgaben neben Werbung steigt: Von Sortiment-Innovation über Ausland-Expansion bis infrastrukturelle Erneuerungen von IT bis POS und sind somit auf Impulse von Experten angewiesen.

Noch mehr Studien und noch mehr Hypes in der Online Werbung werden das Umdenken nicht begünstigen. Denn Lärm bleibt Lärm und Differenzierung in einer "Stress-Situation" trifft selten auf fruchtbaren Boden. Selten treffen wir auf wirklich begründete Media-Strategien: TV ist immer gut. Print schadet nicht.
Warum? Darum!

TV ROI VS. online ROI - wieviel druck hält der online ROI aus? die frage nach der deckelung muss gestellt werden

Solange unreflektiert grosse Mediabudgets aus “Knebelverträgen” in irgendwelche Ideen (manchmal wirklich gute) investiert werden und so für genügend Aufmerksamkeit sorgen, braucht es auch keine Beweisführung. Und ohne Beweisführung kommt es zu keinem Effizienz-Vergleich.

BSW-Präsidentin Borter spricht zwar von Veränderung meint aber Status quo:

«dass in den kommenden Jahren ein Umdenken stattfinden wird und die Unternehmen nachziehen werden, so dass die Budgets aufgestockt werden müssen».

Same procedure as every year, James.

Die Kraft zu verändern, liegt also bei den Unternehmen. Denn für die gerankten Agenturen könnte es ewig weitergehen wie in den 80/90er Jahren und viele wünschen sich spätestens seit "Mad Men" die guten 60er zurück.

Scheinbar macht "Social Media die Werbung ein Stück ehrlicher". Was war dann vor Social Media?

Wir setzen auf die Entscheider in Unternehmen, die offen für Gespräche sind, Fortschritt prüfen, neue Wege testen und stetig durch trial und error ihre Abteilung kompetenter machen. Und ja es gibt sie in der Schweiz.

the now revolution
Choose now. Change now.
Online- und Social Media-Agenturen sind offen für Gespräche: Chat, Call, Mail - alle Leitungen sind offen, die Zeit der “Freaks” ist vorbei und kompotente Berater sind im Markt.

florian wieser
Florian Wieser

coUNDco | Partner